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Januar 25, 2013
Mittelschule in Baiersdorf oder Forchheim?

Ab dem Schuljahr 2013/2014 sollen die Effeltricher Mittelschüler die Schule in Forchheim besuchen. Dies beschloss der Gemeinderat Effeltrich. Bis dahin gehen unsere Mittelschüler weiterhin nach Baiersdorf, so dass für den einzelnen Schüler kein Schulwechsel erforderlich wird.
Hintergrund dieser Entscheidung ist eine rasante Entwicklung in der Schulorganisation. Die frühere Hauptschule heißt nun Mittelschule, und sie leidet seit längerem an „Auszehrung“. Der Schülerschwund hat zwei Ursachen: Zum einen gibt es allgemein einen kräftigen Geburtenrückgang und zum andern besuchen immer mehr (von den weniger gewordenen) Schüler sog. weiterführende Schulen. Dies hat dazu geführt, dass es längst keine Hauptschule mehr in Effeltrich oder Poxdorf gibt und unsere Schüler deshalb nach Baiersdorf ausweichen mussten. Nun gefährdet der Schülerschwund selbst die Baiersdorfer Mittelschule, im nächsten Jahr wird die Schülerzahl dort schon unter 180 sinken. Die Baiersdorfer Schule wird deshalb mit einer Erlanger Mittelschule kooperieren, damit ausreichend große Klassen in den differenzierten Unterrichtsangeboten gebildet werden können.
Wenn also bisher der kürzere Fahrweg für einen Schulverband mit Baiersdorf gesprochen hat, so lassen nun die zusätzlichen Wegeleistungen nach Erlangen den Standort Baiersdorf weniger attraktiv erscheinen. Da ist dann insgesamt gesehen eine Anbindung an die Mittelschule in Forchheim näherliegend. Dazu kommt, dass auch die weiterführenden Schulen vorwiegend in Forchheim sind, dann also alle älteren Effeltricher Schüler wieder denselben Schulweg haben.
Die Ritter-von-Traitteur-Mittelschule in Forchheim verfügt mit derzeit 390 Schülern über eine ausreichende Größe, dass sie auch in Zukunft differenzierte Angebote unterbreiten kann. Für die Gemeinde wird der Beitrag für jeden Schüler deutlich kostengünstiger als in Baiersdorf (weil sich eben die Kosten auf mehr als doppelt so viele Schüler aufteilen). Zur Zeit zahlt die Gemeinde pro Schüler 4.800 Euro, für Forchheim werden die Kosten auf etwa 1.200 Euro geschätzt.
Es gibt also gewichtige Gründe dafür, dass der Gemeinderat den Anschluss nach Forchheim favorisiert hat. Da wäre es allerdings guter Stil gewesen, in den Prozess die Eltern und die Elternvertreter mit einzubeziehen. Denn manche Eltern äußern hinter vorgehaltener Hand gegen die Forchheimer Großschule noch Vorbehalte, dass dort das Klima rauer sei und erste Kriminalität Einzug gehalten habe.

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